{"id":1928,"date":"2023-08-14T05:36:36","date_gmt":"2023-08-14T05:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/?p=1928"},"modified":"2023-08-14T05:36:36","modified_gmt":"2023-08-14T05:36:36","slug":"kinder-kinder-aufsichtspflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/kinder-kinder-aufsichtspflicht\/","title":{"rendered":"Kinder, Kinder, Aufsichtspflicht!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Welche Schutzzwecke muss der Verein also erf\u00fcllen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Den Schutz der Minderj\u00e4hrigen vor Sch\u00e4den aller Art, die ihnen durch sie selbst oder durch Dritte entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Den Schutz au\u00dfenstehender Dritter vor Sch\u00e4den, die diesen von den Kindern zugef\u00fcgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pflichten erf\u00fcllen<br><\/strong>Aufsichtspflicht bedeutet aber nicht unbedingt, dass ein Kind st\u00e4ndig kontrolliert und \u00fcberwacht werden muss. Vielmehr spielen hier das Alter, die Einsichtsf\u00e4higkeit jedes Kindes sowie die zu ber\u00fccksichtigenden Gefahren eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nach Situation kann ab einem bestimmten Alter auch gelegentliches oder stichprobenartiges Kontrollieren ausreichen. Ein Urteil des Amtsgerichtes Ansbach aus dem Jahre 1993 beispielsweise besagt, dass bei einem vierj\u00e4hrigen Kind von 10 bis 15-min\u00fctigen \u00dcberwachungsintervallen ausgegangen werden kann, wenn dieses auf einem nicht eingefriedeten Grundst\u00fcck spielt. F\u00fcr sechsj\u00e4hrige Kinder betrachtete das Gericht \u00dcberwachungsintervalle mit Augenkontakt von 30 Minuten und mehr als ausreichend, da ihnen infolge ihres Alters und ihrer Entwicklung ein entsprechender Freiraum zur Entwicklung zur Selbst\u00e4ndigkeit zuzubilligen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Aussagen des Ansbacher Gerichtsurteils handelt es sich jedoch nicht um in Zement gegossene Regeln, die ohne weiteres auf alle Kinder gleichen Alters \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen: Was die Aufsichtspflicht verlangt, ist in erheblichem Ma\u00dfe von den beteiligten Kindern, ihrem Entwicklungsstand und Erziehungshintergrund abh\u00e4ngig sowie davon, was die Situation erfordert. So ist z.B. an Gew\u00e4ssern st\u00e4ndige Aufsicht erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Merke: Der Umfang der Aufsichtspflicht ist stets anhand der tats\u00e4chlichen Gegebenheiten vom Aufsichtspflichtigen individuell zu entscheiden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Um die Entscheidung in welcher Intensit\u00e4t beaufsichtigt werden muss f\u00e4llen zu k\u00f6nnen, sollten mithin folgende Hinweise beachtet werden:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Die Aufsichtspflicht umfasst eine Erkundigungs-, Anleitungs-, Warn- sowie Kontrollpflicht.<\/li><li>Mit \u00dcbernahme der Aufsichtspflicht sind f\u00fcr die Aufsicht bestellte Personen verpflichtet, die Kinder vor etwaigen Gefahren zu sch\u00fctzen. Dies ergibt sich zum einen aus der Aufsichtspflicht als solcher als auch aus einer etwaigen Verkehrssicherungspflicht, soweit der Verein f\u00fcr die Schaffung von Gefahrenquellen verantwortlich ist. Es m\u00fcssen somit jegliche notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen getroffen werden, um die Sch\u00e4digungen der Kinder m\u00f6glichst zu verhindern.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Wer darf beaufsichtigen?<\/strong><br>Wer die Minderj\u00e4hrigen zu beaufsichtigen hat, ist abh\u00e4ngig von den mit den Eltern getroffenen Vereinbarungen sowie den vereinsinternen Absprachen. In der Regel wird aber dem Verein als solches die Aufsichtspflicht \u00fcbertragen, sodass s\u00e4mtliche Mitarbeiter und Helfer, die f\u00fcr den Verein bspw. bei einer Ferienfreizeit t\u00e4tig werden, eine gewisse Aufsichtspflicht aus\u00fcben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeitlicher Rahmen<\/strong><br>Die Aufsichtspflicht beginnt im Zeitpunkt der Empfangnahme der Kinder und Jugendlichen und endet erst durch die Empfangnahme durch den oder die Erziehungsberechtigten. In F\u00e4llen, in denen \u00dcbernachtungen mit eingeplant sind, wie beispielsweise bei Ferienzeltlagern, hat die Aufsichtspflicht auch keine zeitlichen Grenzen. &nbsp;Die Pflicht die Minderj\u00e4hrigen zu beaufsichtigen, endet nicht um eine bestimmte Uhrzeit, weil dann alle schlafen sollen, sondern sie gilt \u00fcber den gesamten Zeitraum des Zeltlagers.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig kommt die Frage auf, ob man nicht mal aufs WC d\u00fcrfte, wenn eine Gruppe Minderj\u00e4hriger zu beaufsichtigen sei. Nat\u00fcrlich ist es m\u00f6glich aus wichtigem Grund den f\u00fcr Raum f\u00fcr kurze Zeit zu verlassen, beispielsweise um die Toilette aufzusuchen. In diesem Fall muss die Gruppe auf solche Situationen vorbereitet werden und wissen, wie sie sich bei Abwesenheit der Aufsichtsperson zu verhalten hat. Gef\u00e4hrliche Besch\u00e4ftigungen m\u00fcssen w\u00e4hrend der kurzen Abwesenheit eingestellt und gef\u00e4hrliche Gegenst\u00e4nde weggeschlossen werden. Sinnvoll ist auch, einem Kind oder Jugendlichen aus der Gruppe klar zu kommunizieren, wo die Aufsichtsperson hingeht und, wenn sich eine Gefahrensituation ergibt, sofort die Aufsichtsperson dar\u00fcber informiert. Tipp: Der Vereins-Schutzbrief sichert auch fahrl\u00e4ssige Verletzung der Aufsichtspflicht ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sporttraining, Bastelnachmittag oder Sommercamp \u2013 wenn Minderj\u00e4hrige, also Kinder und Jugendliche teilnehmen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gelten die gesetzlichen Regeln hinsichtlich der Aufsichtspflicht. Diese sollten Vorst\u00e4nde zum einen nicht auf die leichte Schulter nehmen und zum anderen mit einer entsprechenden Haftpflichtversicherung f\u00fcr Schutz im Schadensfall sorgen. Denn der Verein \u00fcbernimmt konkludent (= sich zwingend ergebend) die Aufsichtspflicht der Eltern.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1938,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[28],"tags":[42,63,14],"class_list":{"0":"post-1928","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-haftung-versicherung","8":"tag-haftung","9":"tag-recht","10":"tag-vereinsfuehrung"},"acf":[],"fimg_url":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/app\/uploads\/2023\/08\/aufsichtspflicht-768x480.jpg","fimg_alt_text":"Aufsichtspflicht im Verein","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1928"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1928\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1945,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1928\/revisions\/1945"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/benedetto.deutsches-ehrenamt.de\/vereinsmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}